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Indisches Filmfest in Stuttgart hat „Mollywood“-Kino im Blick

Mit 70 aktuellen Filmen aus ganz Indien, darunter zahlreiche Filmpremieren, begeisterte das Filmfest in Stuttgart das Publikum. Im Mittelpunkt stand diesmal das südindische „Mollywood“-Kino mit Sitz in Kerala. In den vergangenen zehn Jahren hat sich das Malayalam-Kino von einer kleinen regionalen Branche zu einer der angesehensten und bedeutendsten Filmindustrien Indiens entwickelt.

„German Star of India“ für Regisseur Khanjan Kishore Nath

Regisseur Khanjan Kishore Nath wurde zum Finale des 23. indischen Filmfestival Stuttgart für seinen Spielfilm „Kangbo Aloti – The Lost Path“ mit dem Hauptpreis, dem „German Star of India“, ausgezeichnet. Das historische Drama handelt von einem jungen Extremisten im Nordostindien, der in einem abgelegenen Dorf durch die pazifistische Haltung eines Lehrers in einen moralischen Konflikt gerät. Als erster Film in der Sprache Karbi feierte das Werk schon internationale Festivalerfolge und verzichtet dabei bewusst auf typische Bollywood-Elemente wie Gesang und Tanz. 

 

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Auszeichnungen im Blick

Die Trophäe für den besten Kurzfilm erhielt „Detective Meter Down“ von Regisseur Devansh Agarwal. Die rasante Detektivkomödie verbindet klassische Noir-Elemente mit Slapstick und modernem indischen Humor. Ein exzentrischer Ermittler gerät dabei immer tiefer in ein chaotisches Netz absurder Ereignisse und skurriler Begegnungen. „So beweist dieser Film, dass ein Krimi weder neunzig Minuten lang noch schwer erzählt sein muss, um zu fesseln und Spannung zu erzeugen“, begründet die Jury ihr Votum für den Film. 

Dokumentarfilmpreis

Den Dokumentarfilmpreis gab es für „Even the Fire Knows“ von Dipanjali Khakhlary. Die 18-minütige Doku porträtiert Tumpa Das, eine der wenigen weiblichen Leichenverbrennerinnen Indiens, die sich in einem patriarchalen Berufsfeld gegen gesellschaftliche Tabus und Vorurteile durchsetzt. „Dipanjali Khakhlarys Kamera kommt dem Ganzen nah und bewahrt dabei stets ihre Sensibilität, das Sounddesign schafft eine belebte und dennoch herzliche Atmosphäre, und die Interviews zeigen Tumpa als eine außergewöhnliche Frau und eine wahrhaft inspirierende Persönlichkeit“, so die Jury.

Der Film „Pukam Pukai – To Fetch a Pail of Water“ von Abhay Punjabi bekam den „Director's Vision Award“. Das berührende Coming-of-Age-Drama um drei unterschiedliche junge Träumer im sommerlich heißen Delhi feiert mit viel Feingefühl die kindliche Widerstandskraft und den unerschütterlichen Optimismus seiner kleinen Helden, die sich von den Herausforderungen des Alltags nicht unterkriegen lassen.

Infos unter www.indisches-filmfestival.de

Fotos: Szenenfoto vom Eröffnungsfilm „The Lost Path“ und Foto vom Preisträger des ersten „Shooting Star Awards“, Amartya Ray, Quelle: IFFS/Schoenebaum